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Das Kosten-Energie-Äquivalenzgesetz
Eine Anleitung zur Verringerung der CO2-Emission

Dr. Heinz Schütte

Wesentlich ergänzt im März 2019

Dem „Kosten-Energie-Äquivalenzgesetz” (KEÄG) entsprechend, resultieren ausnahmslos sämtliche Kosten aus dem Einsatz von Energie. Dieser aus einem Naturgesetz logisch hergeleitete gesetzmäßige Zusammenhang zwischen Physik und Wirtschaftswissenschaften ist in einer wirtschaftspolitischen Fachzeitschrift veröffentlicht.

Das Kosten-Energie-Äquivalenzgesetz (Originalveröffentlichung LIST FORUM Deutsch)
Das Kosten-Energie-Äquivalenzgesetz (English)

Da der weltweite Energieeinsatz im Wesentlichen aus Kohle, Öl und Gas besteht, sind gemäß KEÄG zwangsläufig sämtliche Kosten mit einem Verbrauch dieser Kohlenstoff-haltigen, fossilen Primärenergieträger behaftet, bei deren Verbrennung entsprechende CO2-Emissionen entstehen. Mit steigenden Kosten steigen folglich zwangsläufig die CO2-Emissionen an und führen zu entscheidenden Konsequenzen beim Einsatz von „Erneuerbaren Energien” und „Öko”-Produkten. Diese Konsequenzen werden im Folgenden hergeleitet und ausführlich beschrieben.

Für Rückfragen stehe ich hier gerne zur Verfügung.

„Erneuerbare Energien” und „Öko”-Produkte erhöhen die CO2-Emission.

Kosten sind ein integraler Bestandteil des weltweiten Wirtschaftssystems. Neben dem natürlichen Bestreben, die eigenen Kosten so gering wie möglich zu gestalten, drängt sich die Frage auf, wie Kosten eigentlich entstehen. In der vorliegenden Originalarbeit „Das Kosten-Energie-Äquivalenzgesetz” (KEÄG) wird diese Frage beantwortet und führt zu einem für die Wirtschaftswissenschaften völlig neuen Inhalt des Begriffs Kosten. Ausgehend von einem physikalischen Grundgesetz wird bewiesen, dass sämtliche weltweiten Kosten ausnahmslos aus dem Einsatz von Energie resultieren.

Die für die Generierung der weltweiten Kosten benötigte Energie steht in Form der Primärenergieträger Kohle, Öl, Gas, Kernenergie und Sonnenenergie – in Form von Strahlung, Wind- und Wasserkraft – zur Verfügung. Während die Menge des weltweiten Einsatzes von Kohle, Öl, Gas und Kernenergie in Kilowattstunden gemessen werden kann und damit bekannt ist, ist die Menge der eingesetzten Sonnenenergie nicht messbar und damit ihr Anteil am weltweiten Gesamtenergieeinsatz prinzipiell unbekannt.

Wie in der Originalarbeit „Das Kosten-Energie-Äquivalenzgesetz” gezeigt wird, werden durch Umwandlung der eingesetzten Primärenergie in Arbeit Güter und damit Werte geschaffen. Die Arbeit wird geleistet durch den Menschen durch Einsatz seiner Muskel- und Geisteskraft und von Maschinen, die in vorangegangenen Zeitperioden durch Einsatz von Energie als langlebige Werte geschaffen wurden. Die menschliche Arbeit resultiert über die Nahrungsaufnahme allein aus der Energie der Sonne. Die maschinelle Arbeit wird durch Einsatz aller fünf zur Verfügung stehenden Primärenergieträger erzeugt.

Sowohl die menschliche als auch die maschinelle Arbeitskraft basiert dabei auf der Nutzung vorhandener langlebiger Werte aus vorangegangener Wertschöpfung wie beispielsweise Immobilien, Maschinen, Fahrzeugen, finanziellen Wertguthaben, dem Wissensschatz der Menschheit und ähnlichen langlebigen Gütern. Die Summe aller Werte, die von Menschen und Maschinen in einem geschlossenen Wirtschaftsraum in einem Wirtschaftsjahr erzeugt werden, wird als Bruttoproduktionswert erfasst. Nach Abzug der Vorleistungen ergibt sich daraus das Bruttoinlandsprodukt, das die Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsraums wiedergibt. Wie aus der Verwendungsrechnung des Bruttoinlandsprodukts hervorgeht, ist der Wert des Bruttoinlandsprodukts identisch mit den Kosten, die dafür zu entrichten sind. Damit ist das Kostenvolumen eines geschlossenen Wirtschaftsraums bekannt.

Die Situation in Deutschland stellt sich im Jahr 2018 folgendermaßen dar. Die Erzeugung des Bruttoinlandsprodukts und damit eines Kostenvolumens von 3.390 Milliarden (Mrd) Euro resultiert dem Kosten-Energie-Äquivalenzgesetz zufolge aus dem Einsatz von Energie. Der von der Sonne als Primärenergieträger eingebrachte Anteil an Energie zur Erzeugung dieses Kostenvolumens, der vor der industriellen Revolution die einzige Energiequelle darstellte, ist nicht messbar und unbekannt. Der Anteil der Primärenergieträger Kohle, Öl und Gas, der zur Erzeugung dieses Kostenvolumens eingesetzt wurde, ist bekannt. Er betrug 2.836 Mrd Kilowattstunden (kWh) und führte bei deren Verbrennung zu einer Emission von 850 Mrd Kilogramm (kg) CO2.

Zur Erzeugung des Kostenvolumens von 3.390 Mrd Euro wurden somit neben der unbekannten Menge an Sonnenenergie in Summe 2.836 Mrd kWh Kohle, Öl und Gas eingesetzt. Daraus resultiert ein Einsatz von 0,84 kWh Kohle, Öl und Gas pro Euro Kosten mit einer entsprechenden CO2-Emission in Höhe von 0,26 kg CO2 pro Euro Kosten.

Diese Quotienten errechnen sich für den Gesamtwirtschaftsraum. Wenn diese Quotienten für die Summe aller Euro gelten, dann gelten sie zwangsläufig auch für jeden einzelnen Euro, da Euro untereinander identisch und nicht unterscheidbar sind. Die CO2-Emission beträgt somit 0,26 kg CO2 für jeden Euro Kosten, der in Form von Kosten für jedes beliebige Produkt am Markt ausgegeben wird.

Es wird immer wieder argumentiert, dass sich wesentlich höhere CO2-Emissionen pro Euro ergeben, wenn die CO2-Werte aus dem chemischen Umsatz von Kohle, Öl und Gas bei deren unmittelbarem Einsatz berechnet werden. Wie auf Seite 142 der Originalarbeit ausführlich hergeleitet wird, ist dieser Rechenansatz falsch. Nicht die Kosten des Herstellprozesses sind maßgebend für den Energiebedarf eines Produkts und damit für dessen CO2-Emission, sondern die Kosten, die am Markt für dieses Produkt zu entrichten sind, legen den Energieverbrauch und damit die CO2-Emision fest.

Die logische Erklärung für diese Aussage ergibt sich aus der Tatsache, dass im Rahmen des makroökonomischen Produktionsablaufs Produkte bei der Weiterveredelung immer wieder in Folgeprodukte weiterverarbeitet werden. Die Primärenergien werden dabei am Ursprung einer Produktionskette einmalig für „Primärfolgeprodukte” – im wesentlichen Strom, Stahl, Verkehr und Heizung – eingesetzt. Kosten, Primärenergieeinsatz und CO2-Emission eines jeden einzelnen „Primärfolgeprodukts” sind bekannt und bleiben nach dessen Einsatz in die Produktkette in allen weiteren Folgestufen der wachsenden Produktkette bis zum Endprodukt in unveränderter Größe erhalten. Bei jedem neuen Produktionsschritt kommt jedoch zusätzlich menschliche Arbeitskraft zum Einsatz. Menschliche Arbeitskraft resultiert zwar aus kostenloser Sonnenenergie, erzeugt aber intrinsisch Kosten, die den Kosten der Vorleistungen für jeden Produktionsschritt als Wertschöpfung hinzuzufügen sind. Damit wachsen die Kosten mit jedem zusätzlichen Produktionsschritt an, während die eingesetzte Menge an Primärenergie und der daraus resultierenden CO2-Emission konstant bleibt. Mit wachsender Produktkette verkleinert sich somit zwangsläufig der Quotient CO2-Emission/Euro Kosten. Letztendlich resultiert aus der Gesamtsumme der Quotienten aller Endprodukte der für den Gesamtwirtschaftsraum universell gültige Quotient 0,26 kg CO2/Euro Kosten, der für jeden ausgegebenen Euro uneingeschränkt gültig ist.

Die beschriebenen Zusammenhänge können durch die dem Gesamtwirtschaftsraum zugrunde liegenden Zahlenwerte dargestellt werden. Für das Gesamtwirtschaftsjahr standen 2.836 Mrd kWh Kohle, Öl und Gas mit Einstandskosten in Höhe von 63 Mrd Euro zur Verfügung und führten zu einer Emission von 850 Mrd kg CO2. Während die Emission von 850 Mrd kg CO2 unverändert bleibt, stieg das Gesamtkostenvolumen von 63 Mrd Euro auf 3.390 Mrd Euro um den Faktor 54 an. Der ursprüngliche theoretische Anfangswert der CO2-Emission pro Euro Kosten ergibt sich aus 850 Mrd kg CO2/63 Mrd Euro, entsprechend 14 kg CO2/Euro. Dieser Wert verringert sich aufgrund des gestiegenen Kostenvolumens um den Faktor 54 auf 0,26 kg CO2 pro Euro Kosten.

Unterschiedlich angelegte Modellrechnungen, die den Verlauf einer Produktionskette simulieren, erreichen nach nur wenigen Produktionsschritten ausnahmslos den Wert von 0,26 kg CO2/Euro Kosten und machen damit den zugrunde liegenden Wirtschaftsprozess nachvollziehbar verständlich.

Obwohl die zur Erzeugung von „Erneuerbaren Energien” („EE”) benötigte Sonnenenergie kostenlos ist, ist der mit Sonnenenergie hergestellte Strom und das in Bioanlagen erzeugte Faulgas trotzdem mit Kosten behaftet. Auf jeden Euro dieser Kosten entfällt der Einsatz von 0,84 kWh Kohle, Öl und Gas und damit eine Emission von 0,26 kg CO2. Damit ist das „Paradoxon der Erneuerbaren Energien” entlarvt: Entgegen der Behauptung, „EE” seien frei von CO2-Emissionen, verursachen „EE”-Anlagen wie alle anderen Produktionsprozesse eine ihren Kosten entsprechende CO2-Emission. Diese realwirtschaftlichen Fakten eröffnen eine neue, bisher völlig unbekannte Sichtweise auf die Energiepolitik der Bundesregierung.

Die Kosten für Strom aus „EE” sind aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Wind und Sonnenschein und deren zusätzliche Unberechenbarkeit um ein Vielfaches höher als die vergleichbaren Kosten in einem klassischen Kohlekraftwerk. Damit ergibt sich aus dem KEÄG die frappierende Erkenntnis, dass die von „EE”-Strom verursachte CO2-Emission die CO2-Emission von Kohlestrom im Verhältnis ihrer Kosten übersteigt.

Die von der Regierung mit Nachdruck betriebene offizielle Politik, die CO2-Emission durch Einsatz „Erneuerbarer Energien” reduzieren zu wollen, stellt sich aufgrund des KEÄG als eklatanter politischer Fehler heraus, der exakt das Gegenteil dessen bewirkt, welches die Regierung als Ziel propagiert.

Die stetig verkündete Umkehr der Kostenstruktur zu kostengünstigeren „Erneuerbare Energie”-Anlagen, hervorgerufen durch steigende Kosten für Kohle, Öl und Gas stellt sich als fundamentaler Irrtum heraus, da auch in absehbarer Zukunft der Löwenanteil der Primärenergieträger aus Kohle, Öl und Gas bestehen wird. Steigende Kosten für diese fossilen Energieträger erhöhen  – wie das KEÄG zeigt  – zwangsläufig die Kosten für ”Erneuerbare Energien”.

Auch die von der Politik propagierte Reduzierung der CO2-Emission durch den Einsatz landwirtschaftlicher „Öko-Produktion”, durch „Bio-Kraftstoffe”, durch Produkte aus „Müll-Recycling” und „Elektro-Autos” stellt sich aufgrund des KEÄG als realitätsfremder politischer Irrtum heraus. Ausnahmslos sämtliche dieser von der Regierung politisch geförderten Produkte haben höhere Herstellkosten als ihre klassischen Konkurrenzprodukte und führen damit zwangsläufig zu einem höheren Verbrauch an Primärenergieträgern und folglich zu höheren CO2-Emissionen.

Das KEÄG erklärt – basierend auf dem Stand der Wissenschaft – logisch nachvollziehbar die nicht widerlegbare Tatsache, dass der Einsatz „Erneuerbarer Energien” und die Herstellung von „Bio”-Produkten höhere CO2-Emissionen zur Folge haben als die entsprechenden klassischen Vergleichsprodukte. Das ist exakt das Gegenteil dessen, was von der Bundesregierung offiziell verkündet wird, und es entlarvt die Umweltpolitik der Regierung als eklatanten politischen Fehler und als umweltpolitische Geisterfahrt.